Archäologie und Geologie in Hallstatt (20.09.19)

2019 SchA Hallstatt1Am Freitag fuhren wir mit dem Bus von Salzburg nach Hallstatt zum dortigen Salzbergwerk. Dort wird schon seit ca. 7000 Jahren Salz abgebaut. Auch Gräberfunde aus der Eisenzeit (800-450 v. Chr.) zeigen den stetigen Salzabbau in Hallstatt. Schon im 19. Jahrhundert wurden die Gräber größtenteils ausgegraben. Doch durch heutige Funde an modernen Ausgrabungen vor Ort lässt sich ausrechnen, dass auf diesem Gräberfeld ehemals ca. 5000 Menschen begraben worden sein müssen. Die Funde aus der Eisenzeit sind zwar teilweise unvollständig, doch auch durch die heutigen Funde lässt sich viel herausfinden. Als Grabbeigaben bekamen die Toten viel Bronzeschmuck und auch Bernstein mit, was für ein weit verzweigtes Handelsgebiet spricht, da Bernstein nur in weit nördlicheren Gegenden (Baltische Staaten) vorkommt. Auch der Gesundheitszustand der Toten war relativ gut, kaum Vitamin D-Mangel durch reichhaltige Ernährung, häufig hatten die Menschen aber eine Stirn- und Nebenhöhlen Entzündung von der Arbeit unter Tage.
In den Gräbern wurden Menschen aller Altersklassen gefunden, welche aber alle Abnutzungsspuren an Knochen und Gelenken haben, ein Indiz für schwere körperliche Arbeit. Auch schon Kinder wurden also mit in den Berg genommen, um dort zu arbeiten.
 Die Bronzezeitliche Abbautechnik ist ein Schachtbau (s. Abb. 1). Von den Bergleuten wird ein Schacht vertikal in den Berg getrieben, bis man einen der reichen Kernsalzzüge erreicht, von denen der Hallstätter Salzberg durchzogen ist. Durch den Abbau des Salzes in diesen Kernsalzzügen entstehen seitlich vom Schacht abgehende Abbauräume. Von dort stammt auch die älteste komplett erhaltene Stiege Europas. Sie wurde von dem Salz konserviert und ist somit nicht verrottet. Mithilfe der dendrochronologischen Untersuchung wurde das Alter der Stiege auf 1344 und 1343 v. Chr. datiert.
In den Kammern wurde der gesamte Betriebsabfall auf einen Haufen geworfen, den die Forscher heute ganz genau ausgraben und analysieren. In diesem „Haufen“ befinden sich z.B. abgebrochene Pickel und sehr viel abgebrannte Kienspäne, womit im Berg Licht gemacht wurde. Alle Fundstücke werden gewaschen, entsalzen, katalogisiert und dann ins Naturhistorische Museum in Wien gebracht.
Bronzezeitlichen Bergleute nutzten auch eine Vielzahl von speziellen Geräten, deren genaue Handhabung heute noch nicht ganz klar ist (s. Abb. 2). Auch diese durften wir ausprobieren, und haben festgestellt, dass es ganz schön schwer ist, Salz händisch abzubauen.
Wir durften außerdem selbst Mehl mahlen und Brot backen, sowie aus Bast die Technik der Bergleute aus der Bronzezeit, Seile herzustellen lernen.
Clara Schretter

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